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Technik erklärt: Glasfaser, DSL, Kabel & Heimnetz

Alles, was hinter dem Anschluss steckt – verständlich erklärt von IT Service Rhein-Neckar aus Worms.

So kommt die Glasfaser zu dir nach Hause

„Fiber to the Home“ (FTTH) heißt: Die Glasfaser endet nicht irgendwo an der Straße, sondern direkt in deiner Wohnung. So läuft der Anschluss ab:

🏗️

Tiefbau in der Straße

Der Netzbetreiber verlegt Leerrohre und Glasfaser im Gehweg – meist in Mini-Gräben oder per Spülbohrung. Vom Verteiler (PoP) geht es Richtung Grundstück.

🏠

Hausanschluss (HÜP)

Die Faser wird aufs Grundstück geführt und endet im Keller/Hauswirtschaftsraum am Hausübergabepunkt (HÜP). Während der Bauphase ist das bei den meisten Anbietern kostenlos – Eigentümer müssen nur zustimmen.

📦

Glasfaser-Dose & ONT

Vom HÜP geht es zur Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose (GF-TA) in der Wohnung. Dort wandelt der ONT (Glasfaser-Modem) das Lichtsignal in ein Netzwerksignal um. Viele Router (z. B. FRITZ!Box Fiber) haben den ONT schon eingebaut.

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Router & WLAN

Der Router verteilt das Internet per LAN und WLAN. Vom klassischen FRITZ!Box-Setup (z. B. 5530/5590 Fiber mit eingebautem ONT) bis zum professionellen Ubiquiti-UniFi-Netz (Cloud Gateway/Dream Router + Access Points) – wichtig ist: Erst ein sauber geplantes (Mesh-)WLAN bringt die Glasfaser-Geschwindigkeit auch aufs Sofa. Genau dabei helfen wir.

FTTH, FTTB, FTTC – was ist der Unterschied?

Nicht überall, wo „Glasfaser“ draufsteht, ist Glasfaser bis in die Wohnung drin. Entscheidend ist, wo die Faser endet – und wie viel Kupfer danach noch kommt:

⬇ schlechteste Technikbeste Technik ⬇
Kupfer (Telefonleitung) Koax (TV-Kabel) Glasfaser🏭 Vermittlung · ▣ Verteilerkasten · 🏠 Hausanschluss · 🛋️ Wohnung
ADSLKlassisches DSL
🏭▣🏠🛋️
↓ 6–16 Mbit/s · ↑ ~1–2

Kupfer ab der Vermittlungsstelle, oft mehrere km. Je weiter weg, desto langsamer.

VDSLVDSL2 (FTTC)
🏭▣🏠🛋️
↓ bis 50 Mbit/s · ↑ ~10

Glasfaser bis zum grauen Kasten an der Straße, ab dort Telefonkupfer.

VECTVDSL Vectoring
🏭▣🏠🛋️
↓ bis 100 Mbit/s · ↑ ~40

Wie VDSL, aber der Kasten rechnet Störungen zwischen den Adern heraus.

35bSuper-Vectoring
🏭▣🏠🛋️
↓ bis 250 Mbit/s · ↑ ~40

Schafft 250 Mbit/s nur, wenn der Kasten nah ist (unter ca. 300–500 m).

HFCTV-Kabel (Koax)
🏭▣🏠🛋️
↓ bis 1.000 Mbit/s · ↑ ~50

Hoher Download, aber alle im Straßenzug teilen sich die Leitung. Abends kann es langsamer werden, der Upload ist schwach.

FTTBGlasfaser bis in den Keller
🏭▣🏠🛋️
↓ bis 1.000 Mbit/s · ↑ bis ~500

Glasfaser bis ins Gebäude, im Haus läuft die vorhandene Leitung weiter.

FTTHGlasfaser bis in die Wohnung
🏭▣🏠🛋️
↓ 1.000–2.500+ Mbit/s · ↑ bis 1.000

Durchgehend Glasfaser bis in die Wohnung: volle Leistung, symmetrisch möglich, minimale Latenz. Zukunftssicher.

Balken = maximale Download-Rate (logarithmisch). Entscheidend ist, wo die Glasfaser endet: Je mehr Kupfer oder Koax danach noch kommt, desto weniger kommt bei dir an.

ZUKUNFTSSICHER
FTTH

Fiber to the Home

Glasfaser bis in die Wohnung. Kein Kupfer, keine geteilte Leitung – volle Geschwindigkeit, stabil auch zur Primetime, minimale Latenz.

bis 1.000+ Mbit/s
FTTB

Fiber to the Building

Glasfaser bis in den Keller des Gebäudes, die letzten Meter laufen über die Hausverkabelung (Kupfer/LAN). Fast FTTH-Niveau, abhängig von der Inhouse-Verkabelung.

bis ~1.000 Mbit/s
FTTC

Fiber to the Curb

Glasfaser nur bis zum grauen Verteilerkasten an der Straße – ab da altes Telefon-Kupfer (VDSL/Vectoring). Das ist der heutige Standard-DSL-Anschluss.

50–250 Mbit/s
HFC

Kabel (Koax)

TV-Kabelnetz (z. B. Vodafone Kabel): hohe Downloads möglich, aber geteiltes Medium im Segment – abends kann es spürbar langsamer werden. Upload deutlich begrenzt.

bis 1.000 Mbit/s ↓, ~50 ↑
ADSL

Klassisches DSL

Kupfer vom Hauptverteiler bis nach Hause. Je länger die Leitung, desto langsamer – in Randlagen oft unter 16 Mbit/s. Auslaufmodell.

6–16 Mbit/s

Die Kupfer-Evolution: von VDSL bis G.fast

Weil Glasfaser nicht überall sofort liegt, wurde aus dem alten Telefonkupfer über die Jahre das Maximum herausgequetscht. Alle diese Techniken haben eines gemeinsam: Je kürzer das Kupferstück, desto schneller – und irgendwann ist physikalisch Schluss. Deshalb sind sie Brückentechnologien auf dem Weg zu FTTH:

VDSL2

VDSL (bis 50 Mbit/s)

Der Nachfolger von ADSL: Glasfaser bis zum Verteilerkasten (FTTC), ab dort Kupfer mit höherer Frequenz. Funktioniert gut bis ca. 1 km Leitungslänge – darüber bricht die Rate schnell ein.

25–50 Mbit/s ↓ · ~10 ↑
VECTORING

VDSL Vectoring (bis 100 Mbit/s)

Trick gegen das Übersprechen benachbarter Kupferadern: Der Verteilerkasten rechnet die gegenseitigen Störungen heraus („Noise Cancelling“ für Leitungen). So wurden aus 50 Mbit/s flächendeckend 100 – der heutige Standard in den meisten Wormser Straßen.

bis 100 Mbit/s ↓ · 40 ↑
35b

Super-Vectoring (bis 250 Mbit/s)

Vectoring mit größerem Frequenzbereich (Profil 35b). Bringt bis 250 Mbit/s – aber nur auf kurzen Leitungen (unter ~300–500 m zum Verteilerkasten). Wer weiter weg wohnt, bekommt trotz „250er-Tarif“ deutlich weniger.

bis 250 Mbit/s ↓ · 40 ↑
G.FAST

G.fast (bis ~1 Gbit/s)

Die letzte Ausbaustufe des Kupfers: Gigabit-Raten, aber nur auf den letzten ~100 m – typisch im FTTB-Szenario (Glasfaser bis in den Keller, G.fast über die Hausverkabelung). In Deutschland kaum verbreitet; wo neu gebaut wird, verlegt man gleich Glasfaser bis in die Wohnung.

bis ~1.000 Mbit/s (nur Kurzstrecke)

💡 Merksatz: VDSL, Vectoring, Super-Vectoring und G.fast holen beeindruckend viel aus dem alten Kupfer – aber jede Stufe funktioniert nur mit immer kürzeren Kupferresten. FTTH macht den Kupferrest einfach ganz weg: volle Rate unabhängig von der Leitungslänge, symmetrische Uploads und Reserven für Jahrzehnte.

Alternativen ohne Kabel: 5G/LTE & Starlink

Kein Glasfaser-Ausbau in Sicht und das Kupfer lahmt? Dann gibt es zwei ernstzunehmende Alternativen aus der Luft – als Dauerlösung für unterversorgte Lagen oder als Überbrückung, bis die Faser liegt:

4G / 5G

LTE- / 5G-Homespot

Internet über das Mobilfunknetz mit einem stationären Router (z. B. FRITZ!Box 6850, Telekom Speedbox, o2 HomeSpot – oder professionell mit Ubiquiti UniFi: Mobile Router bzw. Gateway mit LTE/5G-Modul, auch als automatisches Backup zur Festnetzleitung). Mit gutem 5G-Empfang sind 100–500 Mbit/s drin, teils mehr. Aber: Die Funkzelle ist ein geteiltes Medium – abends und bei Events kann die Rate stark schwanken, und die Leistung hängt komplett vom Standort ab. Oft schon ab ~25–40 €/Monat, teils mit Drosselung oder Datenlimit. Gut als Überbrückung bis zum FTTH-Anschluss oder als Backup-Leitung fürs Homeoffice/Gewerbe.

~50–500 Mbit/s ↓ (standortabhängig) · Latenz 20–50 ms
STARLINK

Starlink (SpaceX)

Internet über die SpaceX-Satellitenflotte im niedrigen Erdorbit – mit unbegrenztem Datenvolumen und 30 Tagen Testphase. Tarife für Privathaushalte: 100 Mbit/s für 35 €/Monat, 200 Mbit/s für 55 €/Monat oder „Max“ (maximale verfügbare Geschwindigkeit, höchste Priorität) für 75 €/Monat; die Antennen-Hardware gibt es aktuell ohne Einmalkosten dazu. Für Wohnmobil & Camping gibt es eigene Reise-Tarife (ab 45 €/Monat). Latenz 25–60 ms – Videocalls und Gaming funktionieren. Wichtig bei der Ausrichtung: Die aktuelle Starlink-Antenne (Standard-Kit) ist feststehend und wird bei der Montage einmalig nach Norden ausgerichtet – anders als eine TV-Sat-Schüssel, die nach Süden zeigt (nur ältere Generationen richteten sich noch motorisiert selbst aus). Sie braucht ein großes Stück freien Himmel ohne Bäume, Dachgauben oder Nachbargebäude; schon einzelne Äste im Sichtfeld verursachen regelmäßige Kurzaussetzer. Vorab lässt sich das mit der Starlink-App am Wunsch-Montageort prüfen (Hindernis-Scan), ideal ist eine Dach- oder Mastmontage. Die Rettung für Aussiedlerhöfe, Weingüter und Randlagen ohne Ausbauperspektive. → Starlink über unseren Empfehlungslink bestellen*

100 / 200 Mbit/s oder „Max“ ↓ · Latenz 25–60 ms · ab 35 €/Monat

🛰️ Beide Varianten richten wir inklusive Montage, Routerwahl und sauberer Heimnetz-Anbindung ein – und sagen dir vorher ehrlich, ob an deinem Standort 5G-Empfang oder Satellit die bessere Wahl ist.

Gigabit gebucht, WLAN lahmt trotzdem?

Der häufigste Fehler nach dem Glasfaser-Upgrade: Der Anschluss liefert 1.000 Mbit/s – aber zuhause kommt davon nur ein Bruchteil an. Der schnellste Anschluss bewirkt nichts, wenn das Heimnetz auf alter Technik basiert. Die üblichen Verdächtigen:

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Alter Router / altes WLAN

Ein Router von 2015 mit WLAN-n oder altem WLAN-ac schafft real oft nur 50–300 Mbit/s – und bremst damit den kompletten Gigabit-Anschluss aus. Moderne Geräte mit Wi-Fi 6/6E/7 (aktuelle FRITZ!Box oder Ubiquiti UniFi Access Points) nutzen die Leitung wirklich aus.

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100-Mbit-Switches & alte Kabel

Ein vergessener alter Switch im Keller oder ein uraltes Netzwerkkabel (Cat 5) deckelt alles dahinter auf 100 Mbit/s. Gigabit braucht durchgängig Gigabit-Hardware und mindestens Cat 5e/Cat 6.

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Powerline & Repeater-Ketten

Powerline-Adapter über die Stromleitung und hintereinandergeschaltete WLAN-Repeater halbieren die Rate bei jedem Sprung. Besser: LAN-Verkabelung wo möglich, sonst ein sauberes Mesh-WLAN mit sinnvoll platzierten Access Points (z. B. Ubiquiti UniFi – ein System, ein Netz, nahtloses Roaming im ganzen Haus).

💻

Die Endgeräte selbst

Auch Laptop, TV oder NAS können der Flaschenhals sein: alte WLAN-Chips, USB-2-Adapter oder 100-Mbit-Netzwerkkarten. Ein Speedtest direkt am Router zeigt, ob der Anschluss oder das Heimnetz bremst.

🔧 Genau das ist unser Job: Wir messen, wo es klemmt, und bauen dein Heimnetz oder Firmennetz so um, dass die gebuchte Geschwindigkeit auch wirklich am Gerät ankommt – Verkabelung, Mesh-WLAN, Switches, Router-Einrichtung. Kostenlos anfragen →

Alte Leitungen clever weiternutzen: PoE über Koax & Klingeldraht

Oft liegt im Haus schon Verkabelung, die sich für moderne Netzwerktechnik wiederverwenden lässt – ganz ohne Wände aufzustemmen. Mit den richtigen Adaptern werden aus alten Leitungen vollwertige Netzwerk-Strecken inklusive Stromversorgung (PoE) für die Endgeräte:

COAX

PoE über Koax-Kabel

Das alte Antennen- oder SAT-Kabel wird per Ethernet-over-Coax-Adapter zur Netzwerkleitung mit mehreren hundert Mbit/s – und versorgt am anderen Ende per PoE z. B. einen Access Point oder eine Kamera gleich mit Strom. Ideal, wenn im Wohnzimmer oder Dachgeschoss nur eine Antennendose liegt.

bis ~1.000 Mbit/s · PoE-Weitergabe je nach Adapter
2-DRAHT

PoE über 2-adrige Leitung

Selbst der alte Klingeldraht oder eine 2-adrige Telefonleitung reicht: Long-Reach-PoE-/2-Draht-Extender übertragen Netzwerk und Strom über hunderte Meter – perfekt für IP-Video-Türklingeln, Türsprechstellen, Kartenleser und Zutrittskontrolle (z. B. Ubiquiti UniFi Access/Protect) oder Kameras am Hoftor, wo nie ein Netzwerkkabel hinkam.

~100 Mbit/s · Reichweite bis mehrere hundert Meter
USE CASE

Klingel, Zutritt & Sicherheit

Typische Projekte: alte Klingelanlage wird zur smarten Video-Türklingel mit Gegensprechen aufs Handy, der Firmeneingang bekommt NFC-Kartenleser und elektrische Türöffnung, Hof und Lager werden mit PoE-Kameras überwacht – alles über die vorhandene Leitung, zentral verwaltet und sauber ins (UniFi-)Netzwerk integriert.

Türklingel · Zutrittskontrolle · Kameras · Gegensprechen

🚪 Wir prüfen vor Ort, welche Bestandsleitungen sich nutzen lassen, und planen Klingel-, Zutritts- und Kameralösungen so, dass kein unnötiger Meter Kabel neu gezogen werden muss.

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